Brennholz

brennholz

Wärme ist ein wichtiges Grundbedürfnis. Die Bereitstellung von Raumwärme und Warmwasser benötigt nicht weniger als 40% der gesamten Energie in der Schweiz. In einem Haushalt sind es sogar im Schnitt 85% des jährlichen Energiebedarfs, die dafür aufgewendet werden. Und noch immer wird dieser Bedarf zu 75% mit Heizöl und Gas gedeckt und damit mit Ressourcen, die endlich sind. Diese Zahlen belegen eindrücklich in welchem Ausmass uns eine energetische Sanierung der Haushalte und Gebäude in den kommenden Jahrzehnten bevorsteht.

Auf dem Balmeggberg machen wir das, was in waldreichen Gegenden schon immer gemacht wurde: Wir schleppen, wir sägen, wir spalten, wir stapeln, wir warten, dann schleppen wir wieder und schliesslich machen wir ein schönes Feuer im Kachelofen und freuen uns über die Wärme. Wärme, die nicht immer im gleichen Ausmass vorhanden ist – mal ist es zu warm, mal zu kühl und oft gerade richtig. Ein Stück Lebensqualität, vor allem wenn aus der klirrenden Kälte kommend der Platz auf dem warmen Ofäbänkli noch frei ist. Dann fühlt es sich an, wie auf dem heissen Stein im (teuren) Hamam.

Das Kochen auf dem Feuer will geübt sein, aber dafür fällt in der Übergangszeit auf diese Weise noch etwas Gemütlichkeit an. Und wenn unsere persönliche energetische Sanierung abgeschlossen ist, kommt auch das warme Wasser aus dem Herd in der Küche, wenn dann die Sonne mal nicht so richtig wärmen mag. Damit würde sich auch unsere Stromrechnung schon mal um einen Viertel verkleinern.

Aber langfristig gesehen reicht das noch nicht. Denn Holz ist in Anbetracht des unglaublichen Ölhungers eine äusserst knappe Ressource. Heute deckt Holz bloss schlappe 5% des gesamten Energiebedarfs in der Schweiz. Und mehr als eine Verdoppelung liegt nicht mehr drin, wenn uns unsere Wälder lieb sind. Es sei denn natürlich, es kommen uns bessere Isolationen und eine massiv gesteigerte Effizienz des Energieverbrauchs zu Hilfe.

Aus unseren 2,5ha Wald können wir jährlich etwa 25m3 Holz nachhaltig nutzen. Das deckt ziemlich exakt unseren jährlichen Energieverbrauch – womit dann aber leider kein Baumaterial mehr übrig bleibt. Deshalb möchten wir bis in ein paar Jahren die Gebäudehülle soweit saniert haben, dass wir mit bedeutend weniger Energie eine grössere Wohnfläche heizen können.

Unterhalb der KLARA haben wir in Zusammenarbeit mit dem Förster von Trub ausserdem einen Niederwald angelegt. Das ist eine Form der Waldbewirtschaftung, welche Laubbäume bevorzugt. Diese werden alle 4-5 Jahre auf Stock gesetzt. Anschliessend treibt der Stock neu aus und wenn die Ausschläge etwa Armdicke erreicht haben, werden sie wieder zurückgestutzt. Diese Form der Nutzung, die einem Waldrand ähnelt, ist die produktivste Art der Brennholzgewinnung. Genaue Zahlen haben wir natürlich noch nicht und auch was den Arbeitsaufwand betrifft, haben wir noch keine Erfahrung. Aber wir sind zuversichtlich, unseren Wärmebedarf langfristig und zu 100% aus unseren eigenen Ressourcen decken zu können. Eine Zuversicht, die wir hoffentlich irgendwann auch auf die Schweiz ausdehnen können.

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